Osterode am Harz

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Gewerbesteuer

Ansprechpartner/in
Frau Susanne WaldmannStandort anzeigen
Fachdienst Finanzen - AbgabenRathaus - Harzkornmagazin, Zimmer 3.01 // 3. OG
Eisensteinstraße 1
37520 Osterode am Harz
Telefon: 05522 318-240
Telefax: 05522 318-237
E-Mail:

Allgemeine Informationen

Betreiben Sie ein Unternehmen (Gewerbe) in Deutschland und erzielen im Jahr damit einen Gewerbeertrag von mehr als EUR 24.500?
Dann sind Sie verpflichtet bei Ihrem Finanzamt eine Gewerbesteuererklärung abzugeben. Darin erklären Sie, wie hoch Ihr Gewerbeertrag im abgelaufenen Kalenderjahr (Erhebungszeitraum) war. Sie geben eine Gewerbesteuererklärung für jeden Erhebungszeitraum ab, in dem Sie Ihr Gewerbe betrieben haben (jährlich). Die Erklärung müssen Sie elektronisch übermitteln, zum Beispiel per www.Elster.de. Dabei erklären Sie ausgehend von Ihrem Gewinn oder Verlust (vereinfacht: Einnahmen abzüglich Ausgaben) weitere Hinzurechnungen oder Kürzungen.
Außerdem geben Sie an, in welcher Gemeinde Sie Ihr Gewerbe betreiben.

Das Finanzamt setzt den Gewerbesteuermessbetrag fest und gibt ihn per Bescheid bekannt.
Den Gewerbesteuermessbetrag ermittelt das Finanzamt indem es den Gewerbeertrag mit der Steuermesszahl von 3,5 Prozent multipliziert. Dieser Messbetrag ist die Grundlage für die Höhe der Gewerbesteuer.

Das Finanzamt informiert die Gemeinde, in der Sie Ihr Gewerbe betreiben, über den Gewerbesteuermessbetrag.

Die Gemeinde sendet Ihnen einen Bescheid über die von Ihnen zu zahlende oder Ihnen von der Gemeinde zu erstattende Gewerbesteuer zu.
Die Gemeinde errechnet die Gewerbesteuer aus dem Gewerbesteuermessbetrag des Finanzamtes multipliziert mit dem Gewerbesteuer-Hebesatz der Gemeinde. Jede Gemeinde bestimmt ihren Hebesatz selbst.

Die Gemeinde entscheidet mit dem Bescheid über die Gewerbesteuer auch über die in Zukunft von Ihnen zu zahlenden Vorauszahlungen der Gewerbesteuer für den nachfolgenden Erhebungszeitraum. 

Sie zahlen die im Bescheid über die Gewerbesteuer und/oder Vorauszahlungen für Gewerbesteuer genannten Beträge zum dort angegeben Termin an die Gemeinde.

Steuergegenstand der Gewerbesteuer ist der Gewerbebetrieb. Besteuert werden soll die objektive Ertragskraft des Betriebes. Der Gewerbesteuer unterliegt jeder Gewerbebetrieb, soweit er im Inland betrieben wird. Über die Steuerpflicht entscheidet das Finanzamt.

Die Gewerbesteuer gehört wie die Grundsteuer zu den so genannten Real-, Objekt- oder Sachsteuern.

Verfahrensablauf

Besteuerungsgrundlage ist der Gewerbeertrag. Das ist der nach den Vorschriften des Einkommensteuergesetzes oder des Körperschaftsteuergesetzes zu ermittelnde Gewinn aus dem Gewerbebetrieb, vermehrt und vermindert um bestimmte Beträge, die dem Objektsteuercharakter der Gewerbesteuer Rechnung tragen.

Bei der Berechnung der Gewerbesteuer ist von einem Steuermessbetrag auszugehen. Dieser wird in der Regel durch das zuständige Finanzamt Herzberg, Sieberstr. 1, 37412 Herzberg am Harz (Rufnummer 05521-857-0). per Gewerbesteuermessbescheid festgesetzt.

Wenn im Erhebungszeitraum (in der Regel das Kalenderjahr) in mehreren Gemeinden Betriebsstätten unterhalten wurden, wird durch das Finanzamt auch bestimmt, welcher Messbetragsanteil auf die jeweilige Gemeinde entfällt (Zerlegung des Messbetrages). Ein üblicher Maßstab für diese Zerlegung ist der relative Anteil der Arbeitslöhne in den einzelnen Gemeinden; es sind aber auch andere Maßstäbe möglich.

Einsprüche, die sich gegen Entscheidungen der Finanzämter in Grundlagenbescheiden (hierzu gehören auch die Grundlagenbescheide über Schätzungen) richten, sind nur beim Finanzamt möglich.

Nachdem das Finanzamt den Gewerbesteuermessbetrag festgesetzt hat, wird durch die Gemeinde die Gewerbesteuer berechnet, indem der Messbetrag mit dem, von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlichen, Hebesatz multipliziert wird. Dieser Hebesatz beträgt in der Stadt Osterode am Harz derzeit 420 von Hundert.

Solange die Gewerbesteuer noch nicht endgültig festgesetzt wurde, z. B. da der Erhebungszeitraum noch nicht abgelaufen ist, werden Gewerbesteuer-Vorauszahlungen erhoben. Die Gewerbesteuer-Vorauszahlungen sind nach § 19 Gewerbesteuergesetz mit je einem Viertel des Jahresbetrages, der sich bei der letzten Veranlagung ergeben hat, zum 15.02., 15.05., 15.08. und 15.11. eines jeden Jahres zu entrichten. Die Vorauszahlungen werden nach Festsetzung der endgültigen Gewerbesteuer mit dieser verrechnet.

Führt die Festsetzung von Gewerbesteuern zu einer Nachforderung oder einer Erstattung, sind Zinsen zu entrichten (§ 233 a Abgabenordnung (AO)). Der Zinslauf beginnt 15 Monate nach Ablauf des Erhebungszeitraumes, in dem der Steueranspruch entstanden ist. Er endet mit Ablauf des Tages, an dem die Steuerfestsetzung wirksam wird. Die Zinshöhe beträgt 0,5 von Hundert je Monat.

Rechtsgrundlage

Gewerbesteuergesetz (GewStG)
https://www.gesetze-im-internet.de/gewstg/
Gewerbesteuer-Durchführungsverordnung (GewStDV)
https://www.gesetze-im-internet.de/gewstdv_1955/index.html

-    Gewerbesteuererklärung, Pflicht zur elektronischen Übermittlung § 14a GewStG sowie § 25 GewStDV
-    Einkünfte aus Gewerbebetrieb bzw. Gewerbeertrag § 7 GewStG
-    Hinzurechnungen § 8 GewStG
-    Kürzungen § 9 GewStG

- Gewerbesteuerbefreiungen § 3 GewStG
-    Gewerbesteuermessbetrag § 11 GewStG

- Gewerbesteuermessbetrag § 14 GewStG
-    Gewerbesteuer, Hebesatz § 16 GewStG

Rechtsbehelf

Der zulässige Rechtsbehelf gegen Gewerbesteuerbescheide in Niedersachsen ist die Klage.
Sowohl das Einlegen eines Einspruchs gegen den Gewerbesteuermessbescheid des Finanzamts als auch die Klageerhebung gegen den Gewerbesteuerbescheid haben keine aufschiebende Wirkung. Dies bedeutet, dass festgesetzte und fällig gewordene Gewerbesteuern auch im Rechtsbehelfsverfahren zu zahlen sind.

Was sollte ich noch wissen?

Formulare für Steuererklärungen finden Sie im Formular-Management-System der Bundesfinanzverwaltung (www.bundesfinanzministerium.de) oder auf Seiten der Oberfinanzdirektion Niedersachsen.